Die Insel Gruppe hat mit Epic ihr Klinikinformations- und Steuerungssystem (KISS) im März 2024 erfolgreich eingeführt und damit über 50 bestehende, teils stark veraltete klinische Systeme abgelöst. Parallel zur Einführung des neuen Klinikinformations- und Steuerungssystems hat sie eine umfassende digitale Transformation der gesamten Spitalorganisation eingeleitet. «Ziel war es, die Prozesse in allen Bereichen grundlegend neu auszurichten und zu verbessern, wovon die Patientinnen und Patienten bereits heute profitieren», erklärt dazu Adrian Schmitter, Verwaltungsratspräsident der Insel Gruppe.
Digitalisierung verbessert die Versorgung messbar
Die Patient:innen profitieren unmittelbar von der erfolgreich umgesetzten Digitalisierung: So haben inzwischen bereits 63 000 Patient:innen mit dem Patientenportal myInsel jederzeit Zugriff auf ihre Gesundheitsinformationen. Sie können Resultate der Behandlungen sowie Befunde abrufen und Termine einfacher buchen. Zuweisende Arztpraxen und Spitäler nutzen das Zuweiserportal InselLink für einen direkten und sicheren Datenaustausch mit der Insel Gruppe. Digitale Sicherheitsmechanismen verhindern Verwechslungen bei Bluttransfusionen und Laborproben. Ärzt:innen kommunizieren zudem schneller und sicherer via Secure Chat direkt in Epic, administrative Prozesse werden vereinfacht.
Q&A Digitalisierung und Epic
Messbare Erfolge mittels Kennzahlen:
- >63 000 Patient:innen nutzen das Patientenportal myInsel.
- >700 externe Partner:innen sind mit unserem Zuweiserportal InselLink vernetzt.
- 99% der Briefe werden innerhalb einer Woche versandt: früher waren es oft zehn Tage oder mehr (beschleunigt die Weiterbehandlung, steigert die Effizienz).
- 69% der Ärzt:innen kommunizieren täglich via Secure Chat (steigert die Effizienz).
- 98% Scan-Compliance bei Blutprodukten (für Patientensicherheit).
- Durch effizientere Planungsprozesse zum Beispiel in der Universitätsklinik für Diabetologie, Endokrinologie, Ernährungsmedizin und Metabolismus (UDEM) werden 4–5-mal mehr Termine vergeben, was die Produktivität markant erhöht.
- Optimierungen in der Dokumentation: Die Universitätsklinik für Infektiologie spart dank «Express Lanes» bei standardisierten Sprechstunden bis zu 40% an Zeit.
- In Kliniken, in denen die Terminplanung via myinsel freigeschaltet ist, planen bis zu 20% der Patient:innen ihre Termine selbst – eine deutliche Entlastung administrativer Prozesse. Ressourcen werden optimal genutzt, andere Patient:innen können schneller behandelt werden.
Mit Epic ist es erstmals möglich, pflegerische Informationen einmal zu erfassen und über Abteilungen, Verlegungen und Standorte der Insel hinweg verfügbar zu halten. Für die Pflege bedeutet das einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Informationen.
Beispiele:
- Einmal dokumentieren – überall verfügbar: Pflegedokumentation (z. B. Installationen, Medikation, Vitalparameter) bleiben über Verlegungen in der Insel Gruppe hinweg erhalten; Mehrfacherfassungen entfallen.
- Unterstützung bei der i.v.-Medikamentengabe: Epic prüft automatisch Patient:in, Medikament und Zeitpunkt und warnt bei Abweichungen. Dadurch entsteht eine zusätzliche Sicherheitsebene im Vergleich zu früheren Prozessen, bei denen Fehler durch unübersichtliche Übergaben, parallele Systeme oder Zeitdruck begünstigt werden konnten.
- Weniger administrativer Aufwand: Wundfotos können direkt mit Epic auf einem Endgerät erfasst und unmittelbar in der Patientenakte hinterlegt werden, ohne Umwege über separate Systeme oder Zwischenschritte.
Ergebnis: Weniger Medienbrüche und durchgängige Prozesse, höhere Patientensicherheit und Versorgungsqualität, spürbare Entlastung im Pflegealltag.
In der Hotellerie schafft Epic Effizienz durch sichere, standardisierte und verlässliche Prozesse.
Beispiele:
- Allergiemanagement: Erfassung aller 14 Hauptallergene in Epic und automatische Übergabe an das Menüsystem – deutlich weniger Fehlverpflegungen.
- Bessere Servicequalität: Essgewohnheiten und Vorlieben sind zentral verfügbar und aktuell.
- Weniger Rückfragen: Zentrale Daten ersetzen dezentrale Listen und manuelle Abgleiche.
Ergebnis: Mehr Patientensicherheit, höhere Servicequalität und stabilere Abläufe im operativen Betrieb.
Einzelne Prozesse benötigen weiterhin gezielte Optimierungen, die laufend umgesetzt werden.
Kosten des Klinikinformations- und Steuerungssystems Epic
Die Kosten für das neue Klinikinformations- und Steuersystem von Epic beträgt für zehn Jahre rund 104,2 Millionen Franken. Nebst den einmaligen Kosten des Einführungsprojektes und von Lizenzkosten von 59,2 Millionen Franken sind darin zusätzlich Betriebs- und Wartungskosten bis 2032 im Umfang von insgesamt rund 45 Millionen Franken eingeschlossen. Die ursprüngliche Offerte und der Zuschlag betrugen rund 83 Millionen Franken. Darin nicht enthalten waren die Mehrwertsteuer, die exakten Nutzungszahlen (Fälle und Nutzer:innen sind gestiegen) sowie einzelne Module und Schnittstellen, die im Laufe der Einführung zusätzlich bezogen wurden.
IT-Betriebskosten sind stabil
Die jährlichen Kosten für Informations- und Kommunikationstechnologie (ICT) der Insel Gruppe sind stabil und machten in den letzten fünf Jahren jeweils rund sieben Prozent des Ertrages aus. «Die Investitionen in die digitale Transformation sind essentiell für die Medizin der Zukunft. Sie zahlen sich im täglichen Klinikbetrieb bereits heute aus und verbessern die Patientenversorgung. Sie erhöhen die Effizienz im gesamten Spitalbetrieb», betont Jennifer Diedler, Vorsitzende der Geschäftsleitung der Insel Gruppe.
Q&A Kosten
Die einmaligen Projektkosten für die Einführung und die damit verbundenen Projektarbeiten der digitalen Transformation betrugen total CHF 182,5 Mio. Davon betrugen die externen Einführungskosten rund CHF 101,6 Mio.
- CHF 59,2 Mio. Systemeinführung und Lizenzkosten
- CHF 42,4 Mio. für übrige Projektkosten wie Projektmitarbeitende
- CHF 52,5 Mio. Personalkosten für interne Mitarbeitende während der rund vierjährigen Projektphase
- CHF 28,4 Mio. für sogenannte Beistell-Leistungen, wie die Modernisierung der IT-Infrastruktur.
Der publizierte Zuschlag auf der öffentlichen Beschaffungsplattform simap von rund CHF 83 Mio. umfasst die Lizenz- und Einführungskosten von Epic sowie Wartungskosten für die Jahre 2023-2032. Darin nicht enthalten waren die Mehrwertsteuer, die exakten Nutzungszahlen (Fälle und Nutzer:innen sind gestiegen) sowie einzelne Module und Schnittstellen, die im Laufe der Einführung zusätzlich bezogen wurden.
Der publizierte Zuschlag auf der öffentlichen Beschaffungsplattform simap von rund CHF 83 Mio. umfasst die Lizenz- und Einführungskosten von Epic sowie Wartungskosten für die Jahre 2023-2032.
Darin nicht enthalten waren die Mehrwertsteuer, die exakten Nutzungszahlen (Fälle und Nutzer:innen sind gestiegen) sowie einzelne Module und Schnittstellen, die im Laufe der Einführung zusätzlich bezogen wurden.
Die IT-Landschaft der Insel Gruppe war bis zur Einführung von Epic sehr heterogen und dezentral. Daher können wir die gesamten Kosten für die über 50 abgelösten Umsysteme nachträglich nicht beziffern.
Was wir aber sagen können: Die Investitionen in die digitale Transformation zahlen sich im täglichen Klinikbetrieb bereits heute aus und verbessern die Patientenversorgung.
Daten auf lokalen Rechenzentren
Mit den Basisapplikationen von Epic verbleiben sämtliche Patientendaten ausschliesslich auf den Servern der Insel Gruppe im lokalen Rechenzentrum auf dem Gelände des Inselspitals in Bern. Der Zugriff auf Patientendaten ist grundsätzlich auf Mitarbeitende beschränkt, welche direkt oder indirekt zur Behandlung beitragen müssen. Ist eine Weitergabe von Patientendaten aus medizinischen Gründen notwendig, geschieht dies unter Einhaltung des Datenschutzes. Die Fachstellen der Insel Gruppe stehen dazu laufend im Austausch mit der Datenschutzaufsichtsstelle des Kantons Bern.
Q&A Datenschutz
Die Insel Gruppe misst dem Datenschutz höchste Priorität bei und orientiert sich an den geltenden Datenschutzvorgaben. Prozesse und technische Schutzmassnahmen werden laufend überprüft und weiterentwickelt, um die Anforderungen des Datenschutzrechts und die Privatsphäre von Patient:innen und Mitarbeitenden bestmöglich zu gewährleisten.
Die Konzepte der Anwendung Epic wurden der kantonalen Datenschutzaufsichtsstelle zur Stellungnahme vorgelegt. Die Befunde der Datenschutzaufsichtsstelle wurden umgesetzt.
Die Insel Gruppe AG in Bern hat den gesetzlichen Auftrag, eine umfassende, universitäre Gesundheitsversorgung (medizinische Grundversorgung bis hochspezialisierte Medizin) sicherzustellen. Der Kanton Bern (über die Gesundheits-, Sozial- und Integrationsdirektion) erteilt den Leistungsauftrag als Teil der Spitalliste. In der Erfüllung dieses Leistungsauftrages untersteht die Insel Gruppe AG dem Berner Datenschutzgesetz (KDSG BE).
Insel Gruppe mit Pionierrolle in Europa
Nach der erfolgreichen Einführung entwickelt die Insel Gruppe das Klinikinformations- und Steuerungssystem gezielt weiter und nimmt dabei eine Pionierrolle ein. «Wir sind europaweit führend und entwickeln die digitale Transformation zum Nutzen unserer Patientinnen und Patienten laufend weiter», erklärt dazu Jennifer Diedler.
Aktuell wird die Erweiterung der Funktionen von Epic um «Cosmos» und «Nebula» geprüft. Mit «Cosmos» würde die Insel Gruppe an einem weltweiten, anonymen Gesundheitsdatenraum teilnehmen, womit die bestmögliche Behandlung der Patient:innen unterstützt und die Zusammenarbeit in der internationalen Forschung gefördert wird. Die Plattform «Nebula» schafft die Grundlage, um mit künstlicher Intelligenz die Behandlungseffizienz und Patientensicherheit weiter zu steigern. Gleichzeitig werden die Mitarbeitenden von administrativen Aufgaben entlastet.
Für die Plattform «Nebula» werden ausgewählte Daten für eine Dauer von maximal 30 Tagen vorübergehend ausserhalb der Insel Gruppe gespeichert. Im Fall des weltweiten Gesundheitsdatenraumes «Cosmos» würden die Daten anonymisiert und anschliessend von Epic in den USA gehostet. «Nebula» wird aktuell mit der ausdrücklichen Zustimmung der teilnehmenden Patient:innen getestet. Ob die beiden Erweiterungen in den Regelbetrieb der Insel Gruppe überführt werden, ist derzeit noch offen. Die Insel Gruppe steht dazu im Austausch mit der kantonalen Datenschutzaufsichtsstelle und lässt das Vorhaben prüfen. «Datensicherheit hat für uns höchste Priorität», sagt Adrian Schmitter. «Gleichzeitig wollen wir unseren Patientinnen und Patienten den Zugang zu neuen medizinischen Möglichkeiten nicht verwehren. Die Anwendungen Nebula und Cosmos bieten grosses Potenzial, um die Qualität der medizinischen Versorgung weiter zu verbessern.»
Q&A Cosmos und Nebula
Durch «Cosmos» können Kliniken und Forschungseinrichtungen schneller evidenzbasierte Entscheidungen treffen, Forschungsfragen beantworten und Behandlungsstrategien verbessern, ohne dass sie eigene isolierte Daten-Infrastrukturen aufbauen müssen.
Insgesamt profitieren die Patient:innen dadurch von mehr evidenz-gestützter, personalisierter und qualitätsorientierter Versorgung.
Ärzt:innen können mithilfe der umfassenden Datenbasis besser einschätzen, welche Behandlungen bei ähnlichen Fällen am erfolgreichsten waren – was zu besseren und individuelleren Entscheidungen in der Versorgung führt.
«Cosmos»-Funktionen wie «Look-Alikes» oder Wachstumsdiagramme bei chronischen Erkrankungen helfen Ärzt:innen, auch bei seltenen oder komplexen Krankheitsbildern passende Versorgungspfade oder Erfahrungswerte zu finden.
Insgesamt profitieren Patient:innen dadurch von mehr evidenz-gestützter, personalisierter und qualitätsorientierter Versorgung.
Die Plattform wird für Anwendungen der künstlichen Intelligenz, des Cognitive Computing von Epic und weiteren Funktionen benötigt. Diese Anwendungen brauchen sehr viel Rechenleistung und werden deshalb cloudbasiert angeboten. Für die Insel Gruppe bietet dies neue Möglichkeiten, Daten gezielt zu nutzen, Prozesse zu optimieren und die Endnutzer:innen gezielt im Arbeitsalltag zu unterstützen und zu entlasten.
Medienauskunft
Medienstelle Insel Gruppe
+41 31 632 79 25 | kommunikation(at)insel(dot)ch
Die Insel Gruppe ist eine schweizweit führende Spitalgruppe für universitäre und integrierte Medizin. Sie bietet den Menschen mittels wegweisender Qualität, Forschung, Innovation und Bildung eine umfassende Gesundheitsversorgung: in allen Lebensphasen, rund um die Uhr und am richtigen Ort. In der Insel Gruppe werden jährlich über 850 000 ambulante Konsultationen vorgenommen und rund 55 000 stationäre Patient:innen nach den neuesten Therapiemethoden behandelt. Die Insel Gruppe ist Ausbildungsbetrieb für eine Vielzahl von Berufen und wichtige Institution für die Weiterbildung von jungen Ärzt:innen. An der Insel Gruppe arbeiten rund 11 000 Mitarbeitende.




